der nebel vor mir und neben mir und hinter der will nicht weichen. es ist kalt, aber nicht vom wind, wie früher immer. sondern weil die sonne sich nicht blicken lässt, solange wir abend um abend um abend uns versprechen abnehmen über dinge, zu denen wir eh keine zeit finden. eine sache von jahreswechsel und pflaumenkompott.
verächtliche blicke ernte ich für diese idee, aber im grunde sind wir da nicht sehr unterschiedlich gepolt. du und ich, wir zwei im nebel.

wenn jeder zugeben sollte, was er nicht zugeben sollte, die welt stünde still und endlich würde sich der eine traum, den ich seit heute hege, bewahrheiten. ich müsste dich nicht gehen lassen. es wird kalt, wenn du gehst. egal, wie verzweifelt mein inneres wird, wenn du nicht gehst, kann ich mich nicht über deine rückkehr freuen.
dass ich angst habe, sollte ich nicht zugeben, vielleicht würde ein sturm unser haus zerfetzen, unseren garten ertränken, unser dach davontragen und mich in eine ungeheuerliche depression stürzen, aus der du dich verflixt schnell entwirren kannst.
was haben andere männer, was an dir nicht eh viel interessanter, schöner, besser wäre? nur, wie langsam gehst du, wie weit gehst du?
ich würde niemals zugeben, dass ich geweint habe, weil du nicht die zeit angehalten hast.

du hast von den splittern des gebrochenen spiegels gewusst. vergiss das nie!

in dieser sternenklaren nacht ist ein glas zerbrochen. es klirrte und die scherben konnte man noch in einem dorf finden, welches weit entfernt war vom eigentlichen geschehen. niemand hielt es für möglich und der eine, der das vorrausgesagt hatte, war unauffindbar. was war geschehen und wieso half niemand der alten frau, als sie sich gebückt um den scherbenhaufen kümmerte? wieso hatte niemand mit diesem vorfall gerechnet?

immerhin war winter und so stabil ist glas nun auch wieder nicht.

in unserem schweigen sinkt der sommer nieder. ganz leicht und leise. fast schwebend, aber sich stetig dem boden nähernd. er riecht nach wald und leben. groß und farbig liegt er auf dem boden, er lebt noch.

wenn wir die augen schließen, können wir ihn sehen. manchmal lachen wir und dann ist es, als würden wir selbst uns dem boden nähern. ein wenig, aber nie erreichen wir ihn ganz. wie könnten wir?

kribbelkalt und manchmal eisigwarm, wenn ich in deinem arm liege. niemals könnte der sommer schweigen. niemals könnte ich den sommer vergessen.

wenn du da bist.

blicken ausweichen kann jeder und sich ihnen stellen ebenfalls. wenn man blicke allerdings zerreißt, schwimmt alles oben. alles liegt auf der hand.
wir liegen auf der hand. und haben’s gemerkt.

wenn ich in deinem blick sehe, dass da mehr ist als du und ich und wir beide, ist das das größte. und alles bekommt einen sinn. du und ich und wir beide. und das leben.

wenn wir gemeinsam gelaufen wären, hätten wir es schon eher geschafft. dass wir uns aber kurz vor dem ziel doch noch gegenseitig eingeholt haben, ohne aufeinander zu warten, ist ein wunder. und verdient es bewundert zu werden. von dir und mir und uns beiden.

wenn darin der sinn des leben besteht, haben du und ich und wir beide ihn verstanden. ich bezweifle das stark. denn, wie gesagt, ich sehe da mehr. in deinen unendlichen augen sehe ich meer. deshalb bin ich so fasziniert und deshalb versuche ich die wellen zu hören. manchmal, in seltenen augenblicken gelingt mir das ganz ausgezeichnet. und dann denke ich, dass du die wellen auch hören musst, so wie ich dich ansehe.

manchmal höre ich dann aber auch stille und traue mich gar nicht mehr wegzusehen, weil das alles zu wertvoll geworden ist, um es anzufassen.

du und ich und wir beide.

Le monde a tellement de regrets
Tellement de choses qu’on promet
Une seule pour laquelle je suis fait
Je t’aimais, je t’aime et je t’aimerai

if you wanna show, just let me know and I’ll sing in your ear again….

 

wenn man auf eis ganz langsam geht, kann man das knistern genießen. aber dafür muss es ganz leise sein. und ihr alle solltet nicht so laut sein, so kann ich das eis nicht wahrnehmen.

aber ihr habt recht. wer das eis schon vorher in tränen auflöst, kann kein knistern erwarten. schneematsch ist was bleibt. und wer sms zu ernst nimmt, hat ebenfalls selbst schuld.

was soll werden?

 

wenn das leben ein see wäre und jetzt sommer wär, dann wär alles gut.

als ich in diesem verlassenen bahnhofsgebäude saß und heulte und fror, wusste ich, wohin ich gehörte. nie lachte jemand, nie schrie jemand. nur, als wir stritten, kamen graue funken aus unseren augen und fielen zu boden wie asche. eher flüchtig. in meinem kopf macht nichts einen sinn. alles macht keinen sinn.

wie kommt es dann, dass sich alles so okay anfühlt? kopf? herz? kopfherz herzkopf. unten und oben und weg.

als individuum nicht brauchbar. und als exfreundin ebenfalls nicht. nicht als großmaul, nicht als kleingeist. nicht brauchbar, nicht unbrauchbar.

deine augen sind blauer als ich dachte. du musst mich festhalten, sonst flieg ich weg. oder ich falle.

neutral wie die schweiz. neutraler. geschmacksneutral. fader sonnenschein im mondlicht. aber das sagte ich ja bereits. in deinem kopf. lach nicht und laber nicht.

ich hör dich nicht mehr.

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