if you wanna show, just let me know and I’ll sing in your ear again….

 

wenn man auf eis ganz langsam geht, kann man das knistern genießen. aber dafür muss es ganz leise sein. und ihr alle solltet nicht so laut sein, so kann ich das eis nicht wahrnehmen.

aber ihr habt recht. wer das eis schon vorher in tränen auflöst, kann kein knistern erwarten. schneematsch ist was bleibt. und wer sms zu ernst nimmt, hat ebenfalls selbst schuld.

was soll werden?

 

wenn das leben ein see wäre und jetzt sommer wär, dann wär alles gut.

als ich in diesem verlassenen bahnhofsgebäude saß und heulte und fror, wusste ich, wohin ich gehörte. nie lachte jemand, nie schrie jemand. nur, als wir stritten, kamen graue funken aus unseren augen und fielen zu boden wie asche. eher flüchtig. in meinem kopf macht nichts einen sinn. alles macht keinen sinn.

wie kommt es dann, dass sich alles so okay anfühlt? kopf? herz? kopfherz herzkopf. unten und oben und weg.

als individuum nicht brauchbar. und als exfreundin ebenfalls nicht. nicht als großmaul, nicht als kleingeist. nicht brauchbar, nicht unbrauchbar.

deine augen sind blauer als ich dachte. du musst mich festhalten, sonst flieg ich weg. oder ich falle.

neutral wie die schweiz. neutraler. geschmacksneutral. fader sonnenschein im mondlicht. aber das sagte ich ja bereits. in deinem kopf. lach nicht und laber nicht.

ich hör dich nicht mehr.

meine füße schwebten über dem boden. das war das problem. denn von den pfützen stieg eisiger nebel auf. versilbert. aber wir wussten von dem gold im kern der partikel. niemand lachte zu der zeit. niemand weinte zu der zeit.

wir liefen davon. bis ich stehen bleiben musste.

“Nicht ein Treuebruch ist das große Verbrechen, sondern Gleichgültigkeit, Bosheit und Intoleranz.”

[Lilli Palmer]

 

jeder tag ist gleich. nicht einmal das tagebuch füllt sich. was dramatik versprochen hat, reiht sich nur bei den anderen grauen, faden, geschmacksneutralen dingen ein. der tag beginnt mal um acht, mal um fünf, mal gar nicht. heute ist so ein tag, der gar nicht beginnt. und ich werde ihn auch nicht dazu zwingen. das ist alles meine schuld.

aber ich habe es versucht. habe versucht, die mauer von innen mürbe zu machen und einen kleinen tunnel zu schaufeln. aber es kommt nichts an. rein gar nichts. ich schließe die augen, doch die sonst so bunte traumwelt bleibt aus. es bleibt schwarz. ich erträume keine fremden länder mehr, keine komischen oder gefährlichen szenen, ich bin nicht mehr teil eines films, einer geschichte, eines niemals stattfindenden handelns. mein bewusstsein kann nicht mehr ausreißen in ferne traumländer.

und mein unterbewusstsein schickt mich nachts nur noch in zusammenbrechende welten, deren untergang ich ebenfalls emotionslos mit ansehe. ich blute im traum, ich fahre weg, aber nicht, weil ich angst habe, sondern, weil ich die grauen steine, die überall herumliegen, nicht ertragen kann. und meine eigene gleichgültigkeit.

es ist nicht einmal mehr eine mauer aus eisklötzen. ich bin nicht einmal mehr ein eisklotz. eis gibt einem einen kleinen schlag, wenn man es unverhofft berührt und nicht mit der kälte rechnet, die von ihm ausgeht. eis ist durchsichtig, fragil und faszinierend. und stabil und abweisend.

graue mauern sind gleichgültig. sie stehen in der gegend herum, manchmal stört man sich an ihnen, wenn sie im weg stehen und verhindern, dass man selbst zum ziel gelangt. aber den meisten leuten sind graue mauern vollkommen egal.

 

gleichgültigkeit und leere.

Da meine liebe Astrid seit gestern Teilzeit-Franzosin ist, hab ich ihr versprochen, sie ebenfalls per Blog auf dem Laufenden zu halten, was so in der Heimat passiert.

Aber alle anderen, die’s interessiert, dürfen’s natürlich auch lesen :D

 

Beginnen wir mit der Erfolgsgeschichte “Führerschein”.

Jeder Affe ab einem IQ von 50 darf in Deutschland mit einem Auto durch die Gegend brettern, sofern er die praktische Führerscheinprüfung besteht. Es gibt Leute, bzw. Affen, die schon an der theoretischen scheitern – ausgeschlossen sind davon lernbehinderte Leute – aber alle anderen bekommen vielleicht zum ersten Mal die Nachteile ihrer Faulheit zu spüren. Denn wer bei der theoretischen Prüfung so oft durchfällt, dass er am Ende aufgibt, nur weil er zu faul ist, sich mal hinzusetzen, sollte auch nicht Auto fahren dürfen. Der ist dann vielleicht auch zu faul, für eine Oma zu bremsen…

Für die praktische Prüfung brauchen viele Leute mehrere Anläufe. Dabei ist aber auch ziemlich viel sehr relativ. Wollte die Oma am Straßenrand nun über den Zebrastreifen? Oder sah das nur so aus? Todsünden wie vergessen zu blinken oder Stoppschilder überfahren mal ganz außen vor. Wenn der Prüfer nen schlechten Tag hat, oder man selbst, oder der Fahrlehrer, ist man schnell mal durchgefallen…

Und wenn man zwar besteht, der alte Führerschein aber, der einen zum Fahren mit unglaublichen 45km/h auf einem Motorroller berechtigte, geklaut wurde, steht man auch ohne Führerschein da und darf immer noch nicht fahren, obwohl man doch zu den Primaten ab IQ 50 gehört!

Montagmorgen vor einer Woche ist mir genau das passiert. Die Prüferin – und was für eine! – wollte den Lappen nicht rausrücken! Ich durfte nur einen kurzen Blick auf ihn werfen, schon war er wieder weg! Angeblich ging aus ihren Papieren nicht hervor, dass mein M-Führerschein gestohlen wurde und weil ich nichts zum Tauschen hatte außer einem Not-Traubenzucker, dachte sie sich innerhalb von Sekunden eine fiese Rache für das vermasselte Tauschgeschäft aus: “Ich werde dann Ihren Führerschein zum Verkehrsamt Kiel schicken” – denn das ist mein Hauptwohnsitz. Sprach’s und war verschwunden. Mit meinem Führerschein.

Was ich nicht wusste, sie aber sehr wohl: Natürlich wird der Führerschein nicht direkt von I. (meiner Heimatstadt, wo ich die Prüfung gemacht hab) nach Kiel (meine neue Heimatstadt) geschickt, sodass ich ihn nach 3,4 Tagen hätte abholen können… Nein, nein! Wir sind in Deutschland und selbst wenn wir leichten dänischen Einflüssen unterliegen, Schleswig-Holstein stellt keine Ausnahme im riesigen Ämterchaos dar.

Vielleicht wusste die Prüferin auch, dass ich als Kind Schnitzeljagden super fand – und kein Schatz war dabei annähernd so wertvoll oder begehrt wie der blöde Lappen…

Jedenfalls begann die tollste Telefon- und E-Mailschatzsuche, die ich jemals erlebt hab!

Da ich von Natur aus ein sehr geduldiger Mensch bin, gab ich dem Brief genau 3 Tage, in Kiel anzukommen und rief dann im Verkehrsamt an, um nicht umsonst dahin zu düsen – da muss man nämlich zwei Mal umsteigen und das muss ja nicht sein… Da die Angestellten im Verkehrsamt Kiel nach ihrer Abneigung gegen Telefongespräche eingestellt werden, ging natürlich keiner ran. Also eine E-Mail losgeschickt. Da ich aber schon Erfahrung mit diesem Amt habe, mussten nach einem Tag Beantwortungsfrist härtere Mittel her. E-Mail an persönlichen Ansprechpartner (noch vom Antragstellen gespeichert, haha!) UND Anrufe auf allen 6 Nummern. Keiner geht ran. Tut, tuuut, tuuut… Und dann! Eine besetzte Leitung! Das bedeutet: Jemand lebt!!! Nach lediglich 45 Minuten – die begannen schon meditativ zu werden!- hatte ich endlich jemanden an der Leitung – der mir allerdings auch nicht weiterhelfen konnte. Der Führerschein war natürlich nicht da, aber der nette Beamte hatte meine E-Mail gelesen – jetzt schon! – und versprach, sich zu melden, wenn der Brief endlich ankäme.

Am nächsten Tag rief ich einfach nochmal an, vielleicht hatte er mich ja vergessen?

Dann kam ein Wochenende… und mir fiel auf: Ich könnte ja auch mal das Verkehrsamt I. mit meinen Sorgen belangen. Erst einmal wieder eine Vorwarn-Mail schicken… Auf die antworten die ja eh nicht und freuen sich dann umso mehr über den persönlichen Kontakt  kurz vor der Mittagspause (wenn ich schlechte Laune hab). Da die guten Menschen dort von 8.-12.00 Uhr arbeiten (hoffentlich haben sie auch eine ausreichende Frühstückspause von um 9-10 Uhr!!! Das wär ja sonst unzumutbar!) und sicherlich völlig überfordert sind, habe ich ihnen einen Tag Frist gegeben, mir zu antworten. Sie wollten aber anscheinend lieber mit mir telefonieren.

Auch das Verkehrsamt I. beschäftigt mehrere telefonier-fähige Menschen, die alle eine eigene Durchwahl haben, die man auch alle ausprobieren kann. Im Endeffekt landet man aber bei der Zulassungsstelle, die einem nicht weiterhelfen, einen aber in eine geniale Warteschleife mit toller Musik einschleust.

Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich das Freizeichen oder aber die Warteschleifenmusik beruhigender finde…

Die nette Frau allerdings, die sich dann meldet, hört sich zuerst meine komplette Geschichte an, um mir dann in unglaublich gelangweilten Ton zu erklären, dass sie da überhaupt nichts mit zu tun hätte, weil sie ja nur die Anträge bearbeite (die brauchen übrigens nur 6-8 Wochen im Verkehrsamt I.!), ich solle mich doch mal an den TÜV wenden. – TÜV Nord direkt?, frage ich in weiser Vorraussicht, dass das nicht so sein wird. “Ja genau.”

Ich war schon fast wieder dabei, eine allgemeine E-Mail an den TÜV Nord zu schicken, mit der Bitte, sie an die betreffende Stelle weiterzuleiten, da denk ich mir: Nein, das ist eine ganz fiese Falle von der Prüferin! Das wird bestimmt nicht funktionieren, das ist zu offensichtlich und zu einfach, sowas macht der TÜV Nord bestimmt nicht!

Also rufe ich direkt in der TÜV-Stelle IZ an. Die freundliche Dame, die sich nach nur wenigen Freizeichen meldet, schlürft an ihrem Kaffee, während ich wieder meine Story runterratter. Sie fragt nach, wann ich denn nochmal bestanden hätte und welche Prüferin das jetzt genau war… Und sagt mir dann “Ja, also mit Führerscheinen haben wir überhaupt nichts zu tun. Da müssen Sie in Flensburg anrufen.” Aha! Sie wollte also nur ihre persönliche Neugier stillen! Oder hat eine kleine Voodoo-Puppe auf ihrem TÜV-geprüften Schreibtisch in der FOrm der Prüferin. Jetzt leidet die Prüferin bestimmt unter schrecklichen Kopfschmerzen, genau wie die TÜV-Frau, die dauernd angerufen wird, wenn die Prüferin mal wieder ihre Schnitzeljagd eröffnet… Man weiß es nicht…

Jedenfalls bekam ich von der Voodoo-Frau auch die Telefonnummer von ihrer werten Kollegin in Flensburg. Diesmal dachte ich gar nicht daran, eine Vorankündigung per Mail rauszuschicken, ich konnte das Ziel nämlich schon fast sehen!

Die nette Flensburgerin konnte mir tatsächlich weiterhelfen. Der Führerschein war gar nicht verschollen! Der war nämlich bei ihr! Es sei nämlich so, dass nur einmal die Woche ein Bote alles nach Flensburg bringe. Sieh mal einer an! Das weiß man natürlich nur, wenn man da arbeitet, wo der Bote Sachen hinbringt! Kann ja sein, dass der in I. 3x die Woche vorbeikommt – aber ausgeliefert wird nur einmal die Woche! Jaha! Und mein Führerschein würde dann morgen per Einschreiben ans Verkehrsamt Kiel geschickt. Warum ich da allerdings nichts Schriftliches zum Thema Diebstahl bekommen habe, sei ihr ein Rätsel und sie wisse auch nicht, ob ich den dann einfach so abholen könne.

 

Ich überlege, ob ich der Prüferin eine Dankeschönkarte schicke, die ihr allerdings nicht direkt zugestellt wird, sondern die sie sich abholen muss. Vielleicht beim Verkehrsamt Kiel.

 

Zwischen allein und
einsam
und allein
liegt Liebe, Schnee und
süßer Wein.
All deine Sinne
spielen mit
der Zeit.

 

Brüssel, am 5. Mai 2010
Janika F.

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